Heute abend war einfach wieder einmal tanzen gehen angesagt, also ab ins Waldsee. Dort angelangt war ersteinmal staunen angesagt. Der Parkplatz - auch als Freiburger nimmt man hin und wieder mal das Auto, zumal man sich zusammentut und somit doch nicht ganz so eine Umweltsau ist - war ungewohnt voll. Auch die Tatsache, dass es einen Sicherheitsdienst an der Tür gab, wies auf einen vollen Laden hin. Nagut, drinnen stellte er sich als voll, aber nicht allzu voll heraus.
Auf der Tanzfläche fand man nach einer Weile wieder einmal die üblichen Verhaltensmuster der Paarungswilligen und -unwilligen wieder. Einige Tanzen, und andere wiederum weisen ein Verhalten auf, welches man eigentlich eher aus dem Schwimmbad kenn, bzw sich jeder aufregt, der versucht seine Bahnen zu reißen: Bojenschwimmer. Dabei handelt es sich - ich muss entschuldigen, aber irgendwie scheint es mir die Mythenmetzsche Abschweifung angetan zu haben - um zumeist ältere Damen, die wie Bojen im Wasser nahezu statisch schwimmenderweise stehen und sich untereinander unterhalten. Schwimmt man vorbei, so beschweren sie sich über Wasserspritzer, die unverschämterweise ihr hochtupiertes Haar benessen (benessen? benässen? benäsen?), taucht man unter ihnen hindurch, so ist ihnen diese auch nicht recht. In einer Disko findet man zwar hin und wieder auch hochtupierte Haare, deren Besitzerinen weder von durchtauchen noch mit Bier benfeuchten begeistert sind, aber sich eine Altersklasse unter denen im Schwimmbad bewegen. Darauf will ich aber garnicht hinaus. Nein, die Bojen sind es. Und in diesem Fall meist Männer. Diese, immer auf der Tanzfläche stehenden, sich am Bier festklammernden und jede Bewegung vermeidenden Tanzbojen stellen sich natürlich immer direkt vor einen. Die einzige Chance sie loszuwerden ist die Hoffnung auf das geleerte Bier, welches in diesem Zustand weniger Halt zu bieten scheint, und somit ausgetauscht werden muss. Natürlich um sich danach mit dem vollen Glas wieder direkt vor einen zu stellen.
Aber auch unter Frauen gibt es typische Verhaltensmuster: Das goldene Kalb. Frauen haben ja meist ihren halben Hausstand dabei in Form ihrer Handtasche. Abgesehen davon, dass diese neben dem Platz den sie beanspruchen, vor allem bei kleineren Frauen eine überaus für die Männlichkeit gefährliche Wasauchimmer darstellen gibt es das beschriebene Phänomen. Eine Gruppe von Freundinnen häufen ihren jeweiligen Hausstand zusammen auf einem Berg, um den sie dann herumstehen - was sie wiederum zu weiblichen Tanzbojen macht - oder aber wie um das goldene Kalb herumtanzen.
Was die Pointe der Geschichte ist? Es gibt keine. Leider. Es ist die bittere Realität.