Aktuell streiken die Ärzte in einigen Unikliniken. Das ist nichts Neues, man kennt das aus den täglichen Nachrichten. Auch wenn die Berichterstattung über den Streik mitlerweile nicht mehr auf den Hauptseiten der Zeitungen erscheinen, so werden sie doch meist irgendwo noch erwähnt.
Allerdings gibt es auch eine Schattenseite des Ärztestreiks, die leider nicht beleuchtet wird, und vielen auch nicht bekannt zu sein scheint: Der Streik der Ärzte trifft nicht die, die er treffen soll, sondern die Kollegen der Pflege und der Verwaltung und nicht den Bund und das Land. Warum? Die Ärzte sind in einem Rahmenvertrag mit dem Land angestellt, werden aber von der Klinik bezahlt. Damit neben der Sorge um den Patienten noch Zeit für die Forschung aufgebracht werden kann, wird ein Zuschuss für Forschung und Lehre von Seiten des Landes geleistet. Streiken die Ärzte und werden dadurch weniger Patienten versorgt, so sinken die Einnahmen des Klinikums. Zusätzlich haben Pflege und Verwaltung weniger zu arbeiten. Um noch liquide zu bleiben, wäre eine Schlussfolgerung Kurzarbeit und Entlassung von Pflegepersonal. Ganz abgesehen von dem “Worst-Case”, der Übernahme des Krankenhauses von einem Privatunternehmen.
Und warum zahlen die Kliniken nicht mehr? Weil das Land es nicht zulässt. Die Kliniken dürfen die Ärzte zwar bezahlen, aber nicht den Tarifvertrag aushandeln. Ihnen sind die Hände gebunden, da das Land wohl ein Exempel statuieren will.